Albert-Schweitzer-Haus: Freizeiten Darmstadt > Sommer: Albert-Schweitzer-City I + II + III

Zeitungsbericht aus dem BA von 17.07.20

Von Christa Flasche

Lindenfels. Für die Kinder waren die Ferien im Albert-Schweitzer-Haus diesmal besonders wichtig. Lange genug hatten sie und ihre Eltern darum gebangt, ob es die beliebte Kinderstadt Albert-Schweitzer-City geben würde. Auch der Träger des Hauses, der Verein Kultur und Bildung und Soziales (KuBuS), freute sich darüber, dass die seit 1998 regelmäßig stattfindende Kinderstadt starten konnte.

Von der Stadt Darmstadt wurde sogar explizit angefragt, wie man unter veränderten Bedingungen ein Programm anbieten könne. Die Stadt ist in die Planung eingebunden, weil das Albert-Schweitzer-Haus früher ihr gehörte und die Kinderstadt zu dieser Zeit entwickelt wurde. Bis heute sind zahlreiche Kinder aus der „Wissenschaftsstadt“ im Sommer zu Ferien in Lindenfels.

Heimleiter Daniel Kozacki-Krüger hatte für die Eltern eine sehr ausführliche Mappe zum Projekt zusammengestellt. Das Konzept unter geänderten Rahmenbedingungen war für die Kinder kein Problem und konnte mühelos integriert werden.

Diesmal nahmen nur jeweils 34 Kinder pro Woche teil, dafür wurde das Angebot auf sechs Wochen erweitert. Und die sind ausgebucht. In den Jahren zuvor gab es immer drei Wochen Programm. Im Schnitt kamen in den vergangenen Jahren rund 100 Kinder pro Woche zusammen.

Überall Striche und Pfeile

Auch das Essen ist in diesem Jahr ein Ereignis: Die Kinder werden an der Tür zum Speisesaal abgeholt und zu ihrem Tisch geführt. Die Bedienung übernehmen die Betreuer - mit Handschuhen und Mundschutz versteht sich. Auf dem Boden sieht man überall Striche und Pfeile, um den Begegnungsverkehr zu reduzieren.

Die Krankenstation wurde ebenfalls umfunktioniert. Die dortigen Mitarbeiter kümmern sich in diesem Jahr speziell um Hygiene und Desinfektion. Benutzte Kugelschreiber packen die Kinder in die Post, die liefert die Stifte in der Krankenstation ab und dort werden sie desinfiziert. Solche und andere Veränderungen tragen dazu bei, dass man den Kindern auch zu Coronazeiten ein attraktives Cityleben anbieten kann. Die Bewohner der Kinderstadt nehmen das ohne Probleme an und genießen ihre Zeit im Albert-Schweitzer-Haus auch unter schwierigeren Bedingungen. Darauf sind die Organisatoren stolz.

Spannend war das alles bereits ab dem ersten Tag. Für die Albert-Schweitzer-City wählen die Kinder immer ihren eigenen Bürgermeister, der dann eine Woche lang die Stadt demokratisch regiert. An den vielen Stationen auf dem Areal spiegelt sich das wahre Leben: Post, Polizei, Zeitung, Radio und Werbeagentur sind genauso vertreten wie Juwelier, Architekt und Arbeitsagentur. Dort wird jeden Tag geschaut, welche Jobs es zu vermitteln gibt. Jeder, der keine Arbeit hat, ist dazu angehalten, sich umgehend auf dem Amt zu melden.

Neue Filme für das Kino

Während die Polizisten draußen auf dem Hof Fitnessübungen machen, läuft drinnen der Restaurantbetrieb auf Hochtouren. „Neu im Café: Obstbecher“, lockt ein Schild vor dem Eingang. Die Tische im Speisesaal sind ansprechend gedeckt.

Nebenan befindet sich die Polizeistation, die mit einem Kamerasystem ausgestattet ist, über das der Außenbereich im Blick bleibt. Die Tiergartenstraße ist ein Magnet auf dem Gelände. Diesmal büxte eines der Häschen aus, berichtete ein Stadtbewohner.

In diesem Jahr wird in der City sogar das Geld gewaschen. Die benutzten Albertinos werden desinfiziert und müssen vor der nächsten Benutzung in Quarantäne.

Im vergangenen Jahr gab es zwei Aufgaben für die nächste Auflage der Kinderstadt: Das Kino braucht neue Filme, und die Karaokebar muss mit modernen Liedern ausgestattet werden, hieß es damals. Die Technik in der Bar ist zwar inzwischen verfügbar, doch aufgrund der Hygienemaßnahmen konnten unter anderem die Mikrofone nicht eingesetzt werden.

In den Zimmern übernachten jeweils vier Kinder. Der Abstand zwischen ihnen beträgt dabei rund zwei Meter. Geschwister und Freunde dürfen - nach Geschlechtern getrennt - gemeinsam in einem Zimmer wohnen. Für jedes Zimmer ist ein Betreuer zuständig. Die Räume werden regelmäßig gelüftet. Ein Mund-Nasen-Schutz wird allerdings nicht überall gebraucht. Grundsätzlich dürfen Kinder während der Ferienfreizeit ohne herumlaufen.

 

© Bergsträßer Anzeiger, Freitag, 17.07.2020

 

Zeitungsbericht aus dem BA 18.07

Lindenfels.Bürgermeister Michael Helbig traf bei einem Besuch in der Albert-Schweitzer-City seine Kollegin Jasmina Koueis. Voller Begeisterung zeigte die junge Bürgermeisterin die Stadt, die sie eine Woche lang regieren durfte.

Viele Kinder sind quasi Stammgäste und freuen sich jedes Jahr aufs Neue auf ihre City. Das Ziel des Programms ist, dass sich die Kinder in den vorgegebenen Rahmen frei bewegen können. Gelernt werden Demokratie. Mitbestimmung und das Übernehmen von Verantwortung. Die Kinderstadt im Albert-Schweitzer-Haus des Vereins Kultur und Bildung und Soziales (KuBuS) bietet hierzu viele Möglichkeiten.

Ob Persönlichkeitsentwicklung, soziostrukturelles Lernen oder Handwerk – alles geht. Im Gegensatz zu anderen Ferienspielkonzepten bietet die Albert-Schweitzer-City ein Programm rund um die Uhr. Das stärkt die Bindung zwischen Betreuern und Kindern. Außer um Spiel und Spaß geht es um Wissensvermittlung und um soziale Fähigkeiten.

„Könntest du dir vorstellen, einmal Bürgermeisterin zu werden?“, fragte Helbig seine Kollegin in der City. „Das weiß ich noch nicht“, antwortete sie ihm. Doch eines weiß Jasmina Koueis schon ziemlich genau: Wenn sie einmal zu alt für die Teilnahme am City-Programm ist, dann möchte sie ab 15 Jahren gerne Betreuerin in der Kinderstadt werden.

Interview mit dem Radio

Helbig und Jochen Ruoff, Geschäftsführer des Trägervereins des Albert-Schweitzer-Hauses, machte es Spaß, sich beim Rundgang über die Stationen von den Kindern informieren zu lassen. Die Kollegen der Radiostation wollten ein Interview mit Helbig machen. Auch das wurde kurzerhand eingeschoben, und die Radiomacher freuten sich, dass sie etwas ganz Aktuelles für ihr Programm bekamen.

Der Tag in der Albert-Schweitzer-City beginnt mit dem Frühstück um 8.30 Uhr. Danach geht es zu den Arbeitsstätten. Dazwischen liegt die Mittagspause. Aufräumen gehört am Nachmittag genauso zum Tagesablauf wie eine Teambesprechung. Nach dem Abendessen haben die Teilnehmer Gelegenheit, Karten für das Abendprogramm zu kaufen und mit ihren Betreuern Kontakt zu pflegen. Ab 22.30 Uhr ist Zimmerruhe. Kurz vor dem Schlafengehen besprechen die Betreuer mit ihren Gruppen den Tag, lesen auch noch etwas vor und haben danach selbst noch eine Besprechung.

Wie vielen anderen Einrichtungen gingen auch dem Albert-Schweitzer-Haus zahlreiche Buchungen wegen der Corona-Epidemie verloren oder Buchungstermine wurden verschoben. Das führte auch zu Kurzarbeit. Für die Organisation und Durchführung des City-Programms konnte zeitweise darauf verzichtet werden, doch bis zu einer normalen Situation in dem Freizeitheim von KuBuS ist es noch ein längerer Weg.

Soweit möglich bemühe sich der Verein zwar um Geld, um die die Durststrecke abfedern. Doch die Hürden dafür seien teils recht hoch, berichtete Jochen Ruoff. Für die Anträge müssten viele Voraussetzungen vorliegen, die man nicht immer alle erfüllen könne. Das Albert-Schweitzer-Haus zählt zum Beispiel nicht als Jugendherberge. Damit würde es aus einer Förderung fallen, sollte es für Jugendherbergen wegen der Corona-Krise Geld geben.

In Hessen sind Klassenfahrten bis Anfang nächsten Jahres nicht gestattet. Es gebe nur sehr wenige andere Gruppen, die in den kommenden Monaten Aufenthalte gebucht hätten. KuBuS hoffe nun auf weitere Lockerungen und die Chance auf einen eingeschränkter Betrieb des Freizeitheims.

© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 18.07.2020

 

Albert-Schweitzer-City in Lindenfels: Ferien während Corona - Bericht Bergsträßer Echo

 

LINDENFELS - Normalerweise spielen und wohnen in der Albert-Schweitzer-City – so heißt das Feriendorf im gleichnamigen Haus in Lindenfels – bis zu 100 Kinder für etwa zwei Wochen. In diesem Jahr ist aber alles anders.

Um den Kindern dennoch ein bisschen Ferienspaß zu ermöglichen – vor allem nach der langen Zeit, die diese in der Stadt in Wohnungen verbracht haben –, haben sich Daniel Kozacki-Krüger und das Team vom Albert-Schweitzer-Haus etwas überlegt. 100 Kinder hätten mit den Hygiene- und Abstandsregeln keinen Platz. So wurden die Kinder auf die sechs Wochen der Sommerferien verteilt.

Für eine Woche ziehen jeweils 34 Kinder in die kleine Stadt Albert-Schweitzer-City. Auch die Zahl der Kinder pro Zimmer wurde halbiert. Statt Acht-Bett-Zimmer sind nur vier Kinder in einem Zimmer, und jedes hat ein Stockbett für sich alleine – so ist dann auch der Abstand eingehalten. Was sich nicht geändert hat: Auch in diesem Jahr hat jedes Zimmer eine Betreuungsperson.

„Wir mussten schauen, wie wir das alles umgestalten“, sagt Kozacki-Krüger vom Albert-Schweitzer-Haus. Die Kantine, normalerweise voll und laut, hat sich in diesem Jahr zu einem Restaurant umgewandelt. Die „Gäste“ werden von einer Service-Kraft des Restaurants an der Tür abgeholt und zu ihrem Tisch geführt, wo jeweils nur zwei Kinder sitzen. Auch das Essen wird in diesem Jahr zu den Plätzen gebracht. Die „Kellner“ werden im Vorfeld von den Betreuern geschult, dass alles coronakonform abläuft.

Auch in der Bäckerei gibt es Hygienevorschriften, die vor Dienstbeginn durchgeführt werden müssen. Selbst die City-Polizei hat ihre Uniformen, die nach Dienstende abgegeben und gereinigt werden. „Dadurch, dass es weniger Kinder sind, haben wir mehr Materialien auf Vorrat“, so Kozacki-Krüger. Weshalb jeden Tag und jedes Kind eine frische Uniform zur Verfügung hat und auch so auf die Hygiene geachtet und die Ansteckungsgefahr minimiert werden kann.

Wer die Albert-Schweitzer-City kennt, kennt auch die Albertinis, die Währung in der kleinen Stadt in der Stadt. „Wir haben hier legale Geldwäsche“, sagt der Leiter. Dabei werden die Albertinis aber nicht mit Wasser und Seife gewaschen. „Wir haben ein Zwei-Kassen-System.“ In die eine Kasse kommen die benutzten Scheine rein, aus der anderen Kasse die frischen Scheine wieder raus. „Die benutzten Scheine werden dann ein paar Tage bei uns gelagert“ und gehen wieder in Umlauf.

„Die Vorbereitungen haben uns viel Kraft gekostet“, so Kozacki-Krüger. „Doch wir konnten die Maßnahmen umsetzen und haben geschaut, dass es für die Kinder trotzdem kein Verlust ist.“ Die Vorgaben können an jeder Arbeitsstätte gut umgesetzt werden, so der Eindruck des Haus-Leiters.

Ein Einbahnstraßen-System sorgt weiter dafür, dass sich die Kinder in den Gängen nicht zu nahe kommen, denn „uns war es wichtig, dass die Kinder keine Masken bei uns aufsetzen müssen – nur wenn sie in die Stadt gehen zum Beispiel.“ Auch die An- und Abreise ist durchorganisiert. Auf dem Parkplatz des nahegelegenen Schwimmbads wurden Stationen eingerichtet. An einer Station, werden die Kinder verabschiedet, an einer anderen das Gepäck abgeladen, und von dort werden die Kinder dann in die „City“ gebracht.

 

Von Julia Wetzel

Redakteurin Bergsträßer Echo

 

Allgemeine Infos zu der Sommerfreizeit


Albert-Schweitzer-City I + II + III+IV+V+VI (2020)

 

In Corona angepassten Form wird die ASCity 2020 stattfinden. Alles natürlich unter dem Vorbehalt, dass es keine Neuen Coranaregeln Verschärfungen gibt.

 

Es werden nur 34 Kinder dafür aber 6 Wochen lang teilnehmen können. Alle Informationen zur Anmeldung bekommen Sie über die Kinder- und Jugendförderung der Stadt Darmstadt. Kontaktdaten siehe unten.

 

"Das Kino braucht neue Filme und die Karaoke- BAR muss dringend mit neuen und vor allem modernen Singstar-Liedern ausgestattet werden." Mit diesen Forderungen für das kommende Jahr verabschiedete sich das Parlament der AS-City 2019. Ja, bei der City gibt es ein Parlament und jede Woche eine*n neu gewählte Bürgermeister*in, mit deren Hilfe die Geschicke der angesagten Kinderstadt gelenkt werden. Es gibt immer viel zu tun. Wahlversprechen müssen umgesetzt oder Arbeitsangebote der Nachfrage angepasst werden. Der Wunsch nach mehr Lohn will sorgsam diskutiert werden.Alles fast so wie im richtigen Leben. Bei der AS-City stehen allerdings alle Kinder mit in der Verantwortung und üben sich so in demokratischem Handeln.


Wer:
Kinder- und Jugendförderung der Wissenschaftsstadt Darmstadt
in Kooperation mit dem Verein KuBuS e.V.


Wo:
Albert-Schweitzer-Haus
Almenweg 37, 64678 Lindenfels


Wann:

06.07. - 12.07.2020 (Albert-Schweitzer-City I)
13.07. - 19.07.2020 (Albert-Schweitzer-City II)
20.07. - 26.07.2020 (Albert-Schweitzer-City III)

27.07. - 02.08.2020 (Albert-Schweitzer-City IV)
03.08. - 09.08.2020 (Albert-Schweitzer-City V)
10.08. - 16.08.2020 (Albert-Schweitzer-City VI)


Altersgruppe:
6 - 14 Jahre


Kosten:
jeweils 150.- €


Kontakt:
Kinder- und Jugendförderung der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Frankfurter Str. 71, 64293 Darmstadt
Tel: 06151 - 13-2485, Fax: 06151 - 13-4403
E-Mail: freizeiten@darmstadt.de


Infotag:
Sonntag, 05.07.2020, 14:30 Uhr
im Albert-Schweitzer-Haus, Almenweg 37, 64678 Lindenfels